Wo man isst

Lokaler Gastronomieführer

Gastronomieführer Alicante

Was man in Alicante isst, wann, wo man es findet und was es kostet.

Alles, was Sie in diesem Führer finden

  1. 01Was man probieren mussDie sechs Gerichte, die die Stadt prägen
  2. 02FrühstückTomatentoast, Tortilla, Café bombón
  3. 03Vormittags: das AlmuerzoBelegte Brötchen, Montaditos, Fassbier
  4. 04ReisgerichteA banda, senyoret, schwarzer Reis, con costra, Fideuà
  5. 05Küche des Alicante-HinterlandsOlleta-Eintopf, Pericana, Gazpacho manchego, Borreta
  6. 06Fisch und MeeresfrüchteQuisquilla-Garnelen, rote Garnele, getrockneter Oktopus, Fischeintopf
  7. 07Mercado CentralIm Stehen essen, Ware des Tages
  8. 08Gepökelter FischMojama, Rogen, Capellán, Stockfisch
  9. 09Tapas und BarsRussischer Salat, Kroketten, Gilda, Coca, Artischocke
  10. 10Spanische KücheTortilla, Schinken, Pulpo á feira, Spanferkel, Pintxos
  11. 11Mediterrane KücheHummus, Moussaka, Couscous, Pasta, Fisch in Salzkruste
  12. 12Was es kostetVon 6 € bis 50 €: die reale Spanne
  13. 13Tagesmenü (menú del día)Vorspeise, Hauptgang, Nachtisch und Getränk
  14. 14All-you-can-eat-BuffetsFestpreis, ideal für Familien und Gruppen
  15. 15Süßes und NachtischTurrón, Eis, Horchata, Käsekuchen
  16. 16Abendessen: italienischNeapolitanische Pizza, Carbonara, Burrata
  17. 17Fleisch und GrillEntrecôte, Secreto, T-Bone, Picanha
  18. 18Internationales AlicanteArepas, Tacos, Kebab, Sushi, Poke, libanesisch
  19. 19Essen in der NachtBurger, Kebab, Churros, belegtes Brot
  20. 20Nach ViertelnZentrum, Explanada, Hafen, San Juan, Stadtviertel
  21. 21Alle LokaleSpeisekarten Gericht für Gericht geprüft

Was man probieren muss

Machen wir uns nichts vor: Hier kommt man wegen des Reises. Und nicht irgendeines Reises – vergesst die Paella mit Meeresfrüchten und Chorizo, das gilt hier als Sakrileg. Reis folgt hier eigenen Regeln und eigenem Timing. Arroz a banda ist der unumstrittene Klassiker: Der Fisch wird getrennt gekocht ("a banda" heißt "separat"), um eine Brühe voller Umami zu gewinnen, mit der dann der Reis gekocht wird – man tunkt Brot hinein, bis nichts mehr übrig ist.

Aber es bleibt nicht dabei. Es gibt Arroz con costra, ein Juwel aus der Vega Baja, das auch in Alicante geschätzt wird: mit einer Haube aus geschlagenem Ei, die im Ofen goldbraun gebacken wird. Es ist kein Alltagsgericht – es ist sehr sättigend –, aber an einem Festtag, in einem Landhaus oder einem traditionellen Restaurant nahe El Palmeral oder Palamó, ist es unbezahlbar.

Es dreht sich nicht nur um Reis, schließlich ist dies eine Hafenstadt mit einem Fischmarkt, der täglich frische Ware bringt. Die Quisquilla-Garnele, klein und fast durchsichtig, gekocht in Meerwasser, schmeckt nach Salz und Hafen – man findet sie an den Ständen rund um den Mercado Central. Zur Saison im Sommer reicht ein Spritzer Limette dazu, und mehr braucht es nicht.

Und dann die Coca amb tonyina, traditionell das Vorspiel zum Hogueras-de-San-Juan-Fest, obwohl sie den ganzen Juni und Juli über gegessen wird. Ein dünner, knuspriger Boden, ähnlich wie Pizzateig, aber anders, belegt mit langsam geschmortem Thunfischbauch und Zwiebeln, Pinienkernen und manchmal etwas Paprika. Der Überlieferung nach isst man sie mit frischen Feigen ("bacores") – eine süß-salzige Kombination, die es in sich hat.

Zum Abschluss: Turrón. Ja, Turrón – das ist nicht nur etwas für Weihnachten, auch wenn man es damit verbindet.

Nicht zu vergessen: die "Olleta" aus Alicante, ein bescheidener, aber deftiger Eintopf, perfekt für kühlere Herbst- und Wintertage.

Frühstück

In Alicante ist das Frühstück mehr als bloßes Auffüllen des Magens – es ist ein echtes Ritual. Die meisten Einheimischen nehmen es stehend an der Bar ein. Zwischen acht und halb elf Uhr, besonders rund um El Pla oder den Mercado Central, sind die Bars proppenvoll, ein Stimmengewirr aus Gesprächen und klirrenden Tassen.

Was gehört zu diesem morgendlichen Ritual? Die Klassiker natürlich. Ein Café con leche darf nicht fehlen. Wer es kürzer und stärker mag, nimmt einen Cortado. Zum Eintunken gibt es Tomatentoast mit Olivenöl – schlicht, aber immer ein Genuss. Das Öl stammt fast immer aus der Region und verleiht dem Ganzen sein typisches Aroma.

Und dann sind da noch Churros mit Schokolade. Nicht für jeden Tag geeignet, aber ab und zu ist es ein Vergnügen. Die guten, frisch zubereitet in einer traditionellen Churrería, die schon von der Straßenecke aus nach Zimt und Zucker duftet, sind außen knusprig und innen weich. Die Schokolade dick genug, dass sie am Churro klebt.

Ein Tipp für Reisende: Fragt hier nicht nach einem "kontinentalen Frühstück". Unseres ist echter und traditioneller. Lasst euch von der Auswahl nicht verwirren, im Grunde ist sie einfach: Kaffee, Toast und vielleicht noch etwas. Sucht euch aus, was euch reizt, und lasst euch vom Trubel und dem Duft frisch gebrühten Kaffees mitreißen.

Was wie ein simples Frühstück wirkt, ist in Wahrheit einer der Grundpfeiler des Alltags in Alicante.

Vormittags: das Almuerzo

In Alicante ist der Vormittagsimbiss kein kleiner Snack, um den Magen zu beruhigen – er ist praktisch heilig. Zwischen elf und eins füllen sich die Bars bis auf den letzten Platz. Bauarbeiter mit gipsverschmierter Kleidung, Büroangestellte im schicken Blazer, Rentner mit der Zeitung unterm Arm – alle teilen sich Tisch, Gelächter und vor allem das Almuerzo.

Was gibt es, damit der Tag mit Schwung weitergeht? Ein paar Klassiker enttäuschen nie: das gegrillte Sepia-Sandwich, mit milder Mayonnaise oder für die Mutigen mit hausgemachtem Allioli. Ein weiterer Fixpunkt ist das Brötchen mit Lende und Paprika – schlicht, aber sehr wirkungsvoll.

Ein häufiger Fehler von Besuchern: Kaffee zu bestellen. Man kann es, niemand verbietet es, aber das entspricht nicht dem Geist des Almuerzo. Üblich ist hier ein kleines Bier, eiskalt mit etwas Schaum, oder ein Glas Weißwein aus der Region.

Erwartet keinen Luxus, das ist Arbeiteressen in seiner reinsten Form. Die Bars sind schlicht, Resopaltische mit ein paar Kratzern aus vergangenen Zeiten, robuste Stühle, die schon viel mitgemacht haben.

Eine Erinnerung, die alles zusammenfasst: eine Bar im Viertel San Blas, die nach Geschichte und Frittiertem duftet.

Reisgerichte

Reis zum Mittagessen liegt uns im Blut. Es ist kein gewöhnliches Essen, sondern ein Ritual, das zwischen halb zwei und halb vier die Stadt fast zum Stillstand bringt. Man isst hier nicht schnell und rennt weiter – jedes Korn wird ausgekostet.

Arroz a banda ist ein Lehrbuchklassiker, ganz dem Meer gewidmet, ohne Ablenkung. Der Name bedeutet "separat": Der Fisch wird getrennt gekocht, um eine kraftvolle Brühe zu gewinnen, mit der wiederum der Reis zubereitet wird. Das Ergebnis ist ein sämiger, nach Meer schmeckender Reis.

Dann gibt es den Arroz del senyoret, wörtlich "Reis des feinen Herrn", für alle, die sich nicht die Finger schmutzig machen wollen. Alle Meeresfrüchte darin – Garnelen, Tintenfisch, Sepia – sind bereits geschält und geschnitten, bereit für die Gabel.

Wer etwas Deftiges sucht, greift zu Arroz con costra: im Ofen gebacken mit Wurst und Fleisch, gekrönt von einer Schicht geschlagenem Ei, die zu einer goldenen Kruste wird. Das Gericht wärmt von innen – nicht gerade leicht, eher etwas für Herbst und Winter.

Auch wenn es kein Reis ist, hat sich Fideuà seinen Platz redlich verdient – der Cousin der Reisgerichte, gemacht aus dünnen, gerösteten Nudeln, die den Meeresfrüchtegeschmack aufsaugen. Traditionell isst man sie direkt aus der Pfanne mit einem Holzlöffel.

Und der Höhepunkt schlechthin, der heilige Gral jedes Reiskochs: der Socarrat, die knusprige, karamellisierte Schicht am Boden der Pfanne.

Küche des Alicante-Hinterlands

Die Küste ist für Arroz a banda und Pökelfisch bekannt, der einem den Verstand raubt – das wissen wir alle. Doch das Hinterland, die Berge, erzählen eine andere Geschichte: kräftige, herzhafte Löffelgerichte, tief in der Tradition verwurzelt. Wo das Meer nicht hinreicht, wird mit dem gekocht, was Land, Trockenanbau und Hof hergeben.

Zur Küche des Hinterlands gehört die Pericana, ein Klassiker jeder Berg-Taverne: zerzupfter Trockenkabeljau, getrocknete rote Paprika, reichlich natives Olivenöl extra und violetter Knoblauch, alles von Hand vermengt.

Dazu kommt die Pebrereta, ähnlich der Pericana, aber mit gerösteten Tomaten und roten Paprika – milder und süßlicher, ein guter Einstieg für diese kräftigen Aromen. Man findet sie in Bars rund um Alcoi oder Cocentaina, oft als Tapa zum Bier. Und der Giraboix, ein Eintopf aus Mangold und Kichererbsen, entstanden aus einer bescheidenen Speisekammer.

Die Trockenanbau-Küche der Berge ist das genaue Gegenteil der Küstenküche.

Und man sollte nicht denken, dass diese Gerichte nur für kalte Tage sind.

Fisch und Meeresfrüchte

Wenn Alicante vom Meer spricht, dann meint es das ernst. Die Quisquilla-Garnele aus Santa Pola muss man probiert haben, um sie zu verstehen: klein, aber mit Charakter, süß, man isst sie handvollweise, und der Geschmack erinnert direkt an den Hafen. Es geht nicht um die Größe, sondern um Textur und Aroma.

Getrockneter Oktopus verwirrt jeden, der nicht von hier ist – steif wie ein Dekorationsstück. Doch wer ihn seit der Kindheit kennt, bei der Großmutter oder in einer Taverne in El Pla, weiß: Das ist eine Delikatesse. Ein Stück auf dem Grill mit etwas nativem Olivenöl extra genügt völlig.

Gegrillte Sepia ist ein weiterer Klassiker, den man auf jeder Speisekarte nahe der Explanada findet. Frisch, auf den Punkt gegart, mit gehacktem Knoblauch und Petersilie – ein Gericht, das man gemeinsam bestellt und hinterher bereut, nicht eines nur für sich selbst bestellt zu haben.

Wilde Dorade oder Wolfsbarsch, ganz gegrillt mit Kopf, sind ebenfalls ein Muss – echter Meeresgeschmack, keine Zuchtware. Ein Schuss Olivenöl und vielleicht ein paar Patatas a lo pobre dazu, mehr braucht es nicht.

Um das alles wirklich zu verstehen, sollte man einen der Fischmärkte besuchen – den von Santa Pola bei Sonnenaufgang mit seiner Auktion, den am Hafen von Alicante, oder den Mercado Central mitten in der Stadt.

Es geht nicht nur ums Essen, sondern um den ganzen Prozess, den Respekt vor dem Produkt vom Meer bis zum Teller.

Mercado Central

Für echte Alicantiner ist der Mercado Central weit mehr als ein Ort, um den Kühlschrank zu füllen – er ist das Herz der lokalen Gastronomie, der Ausgangspunkt für alles Gute, das später auf dem Teller landet. Wer früh kommt, wenn die Sonne kaum über dem Postiguet steht, riecht schon den Duft von Meer und Land.

Nach ein, zwei Runden – fast schon Pflicht – und einer Kostprobe von gereiftem Käse oder hausgemachter Wurst an einem der Stände merkt man: Der Markt ist eine eigene Welt, nicht nur zum Einkaufen. Die Theken in den Gängen, drinnen wie draußen, sind mittags unwiderstehlich: gegrillte rote Garnelen, Calamares a la andaluza, und zum Abschluss eine kühle Horchata oder handwerkliches Eis.

Die Atmosphäre zu dieser Stunde ist einzigartig.

Aber Vorsicht: Der Markt hat seine eigenen Öffnungszeiten, und wer nicht aufpasst, kommt zu spät.

Gepökelter Fisch

In Alicante ist gepökelter Fisch (Salazones) mehr als eine Gewohnheit, fast schon eine Religion, die an jeder guten Bar rund um Zentrum, Barrio oder Plaza de Gabriel Miró genossen wird. Diese uralte Methode, Fisch in Salz zu konservieren, war einst die einzige Möglichkeit, Lebensmittel vor der Kühlung haltbar zu machen.

Mojama, gepökeltes Thunfischfilet, ist ein Muss: gepresst und gereift, hauchdünn geschnitten und mit reichlich nativem Olivenöl extra serviert. Manche geben geröstete Marcona-Mandeln vom Mercado Central dazu, aber auch pur ist es hervorragend.

Dann gibt es den Capellán, ein bescheideneres, aber geschmacklich intensives Fischgericht – getrockneter Kabeljau oder Blauer Wittling, in der Sonne getrocknet auf Dächern oder alten Innenhöfen im Viertel Raval Roig, wo die salzige Meeresluft ihm eine besondere Note verleiht.

Man isst ihn entgratet, auf einer Scheibe Landbrot mit geriebener Tomate aus der lokalen Landwirtschaft. Dazu passen fein geschnittene Frühlingszwiebeln und ein guter Schuss Öl – ein kräftiger, authentischer Geschmack, der direkt in das alte Alicante zurückversetzt.

Gepökelter Fisch ist so tief in der lokalen Identität verwurzelt, dass er bei jedem Fest präsent ist. Was wäre eine Barraca beim Hogueras-Fest ohne einen Teller Mojama, Rogen und Capellán zur Sangria?

Und dann ist da noch der Stockfisch, ein eigenes Kapitel der lokalen Küche.

Tapas und Bars

Tapas sind hier fast eine Lebenseinstellung. Erwartet keine großen "TAPAS"-Schilder – sie sind einfach da, an der Theke, und warten. Manche Lokale ändern nie ihre Signature-Häppchen, andere wechseln die Karte, sodass es immer einen Grund gibt, wiederzukommen.

Erwartet nicht überall dieselbe Tapa – jede Küche hat ihren eigenen Stil. Aber manche Klassiker enttäuschen nie, etwa die Montaditos: klein, vielfältig, perfekt, um von allem ein bisschen zu probieren.

Ein häufiger Fehler von Besuchern: eine Tapa wie ein Hauptgericht zu behandeln. Hier ist sie zum Naschen gedacht, zum Teilen mit Freunden, zu einem kalten Bier oder lokalem Wein. Man muss nicht drei oder vier für sich allein bestellen – eine oder zwei, probieren, und wenn es schmeckt, weiterbestellen oder die Bar wechseln.

Keine Sorge, wenn die Tapas-Karte kurz ist – oft sind die einfachsten, traditionellsten die besten, und der Kellner empfiehlt gerne, was heute frisch ist, besonders bei Meeresfrüchten.

Auch die Uhrzeit zählt: Vergesst Tapeo um fünf Uhr nachmittags, außer an sehr touristischen Orten.

Spanische Küche

Alicante ist stolz auf seine eigene Küche – Arroz a banda, Olleta, Fideuà –, doch man liebt auch ein gutes Festmahl aus anderen spanischen Regionen. Galicische Küche ist hier ein Klassiker: Pulpo a feira, zarter Oktopus mit Paprikapulver und Öl, gut gemacht in vielen Bars rund um El Pla.

Die galicische Empanada, ob mit Thunfisch, Fleisch oder Jakobsmuscheln, mit blättrigem Teig und großzügiger Füllung, ist perfekt zum Teilen am Tisch oder zum Mitnehmen. Mehrere Bäckereien rund um Campoamor und Carolinas haben das Rezept perfektioniert.

Dann die baskische Küche – Pintxos mit Farbe und Geschmack, aufgereiht an einer Theke nahe dem Mercado Central oder rund um Castaños. Sich von einem zum nächsten zu probieren, ist ein Erlebnis, das man am besten mit einem kalten Bier oder Txakoli genießt.

Und die Txuleta, das baskische Rippensteak, perfekt gegrillt, zergeht auf der Zunge. Alicante hat nicht dieselbe Cidre-Tradition, aber einige Restaurants im Zentrum oder in San Gabriel machen sie hervorragend, manchmal mit Gemüse aus der lokalen Landwirtschaft.

Ein guter Trick für die Txuleta: nach Herkunft des Fleisches und Reifezeit fragen – das zeigt Interesse und sichert das beste Stück.

Und auch die andalusische Küche verdient eine Erwähnung.

Mediterrane Küche

Alicante nimmt die mediterrane Küche ernst – nicht nur die eigenen Gerichte, sondern das ganze Spektrum an Aromen dieses Meeres, von Italien bis Marokko, über Griechenland und den Libanon. Was sie verbindet: Sonne, natives Olivenöl extra aus den umliegenden Hügeln und gute Gesellschaft.

Besucher sind oft überrascht, wie vielfältig das Angebot wirklich ist. Sie erwarten gegrillten Fisch und einfache Salate, und das gibt es auch, aber es ist viel mehr: Italienisches Essen enttäuscht nie, mit neapolitanischer Pizza und al dente gekochter Pasta mit frischen Meeresfrüchten.

Libanesische und marokkanische Küche fügen eine ganz eigene Ebene hinzu – Hühnchen-Tajine mit eingelegter Zitrone, hausgemachter Hummus, knuspriger Falafel, erfrischendes Taboulé – Aromen, die einen ohne Flug vom Flughafen El Altet in eine andere Welt versetzen.

Für etwas Abenteuerlicheres bieten Restaurants rund um Rebolledo oder San Vicente del Raspeig oft authentische Gerichte, manchmal geführt von Familien, die Rezepte ihrer Großmütter kochen. Fragt ruhig nach Tagesgerichten außerhalb der Karte.

Die meisten dieser Restaurants, besonders die traditionelleren, öffnen mittags zum Essen und abends erneut zum Dinner.

Was es kostet

Eine der häufigsten Fragen: Was kostet Essen gehen hier? Es hängt davon ab, was man sucht. Ein traditionelles Tagesmenü kostet etwa 12–15 €, meist mit Vorspeise, Hauptgang, Nachtisch, Getränk und manchmal Kaffee.

Tapeo ist flexibler: ein schneller Happen mit Bier für 5–6 €, oder ein richtiges Abendessen mit geteilten Gerichten für 20–25 € pro Person, je nach Hunger.

Reis ist eine andere Geschichte und wird hier sehr ernst genommen – der Preis spiegelt das wider. Ein guter Reis kostet selten unter 15 € pro Person, mit Meeresfrüchten wie roter Garnele aus Denia oder Arroz a banda meist 20–25 €. Das ist die Spezialität des Hauses, entsprechend bepreist.

Für ein richtiges Reiserlebnis lohnt sich ein etabliertes Restaurant mit Tradition. In der Hochsaison – August, Fallas, Ostern – sollte man mindestens ein paar Tage im Voraus reservieren, besonders nahe San-Juan-Strand oder entlang der Explanada.

Frittierter Fisch und Meeresfrüchte sind ein weiteres Highlight, besonders wenn man gerne Brot in die Sauce tunkt.

Und die Nachspeisen darf man nicht vergessen.

Insgesamt ist Alicante ein Ort, an dem man sehr gut essen kann, ohne übers Ohr gehauen zu werden.

All-you-can-eat-Buffets

Wenn die Familie groß und das Budget knapp ist, ist ein All-you-can-eat-Buffet ein Segen: Man kennt den Preis im Voraus, und jeder isst, was er mag. Alicante bietet viele Optionen, von chinesischen und japanischen Buffets mit Bergen von gebratenem Reis und Sushi wechselnder Qualität bis zu teureren mediterranen Buffets, die höhere Qualität versprechen.

Wann lohnt sich ein Buffet wirklich? Es hängt vom Hunger und der Gesellschaft ab. Bei leichten Essern zahlt sich der Festpreis kaum aus; bei großen Essern, die von allem etwas probieren wollen, ohne dass die Rechnung explodiert, ist es die richtige Wahl.

Alicante hat viele asiatische Buffets, manche besser als andere, besonders rund um El Pla oder Vía Parque, oft mit einer Live-Wok-Station, an der man die Zutaten wählt und frisch zubereiten lässt.

Am Wochenende oder zur Stoßzeit gegen 14 Uhr ist mit Warteschlangen zu rechnen. Am Tisch bringt meist der Kellner die Getränke – die findet man nicht am Buffet selbst.

Auch mediterranere Buffets tauchen zunehmend auf, eine willkommene Abwechslung.

Süßes und Nachtisch

Wenn der Nachmittag in Alicante zur Neige geht, nach einem guten Reisgericht und einem Spaziergang entlang der Explanada mit Meeresbrise, meldet sich die Lust auf etwas Süßes – und diese Stadt hat viele Antworten darauf. Am naheliegendsten ist Turrón, das ganze Jahr über gegessen, nicht nur zu Weihnachten: der weiche Jijona-Turrón, der auf der Zunge zergeht, und der harte Alicante-Turrón mit ganzen knusprigen Mandeln.

Wenn die Hitze drückt, von Mai bis Oktober, rettet ein Zitronen-Granizado (Slush) den Tag: kalt, säuerlich und erfrischend.

Dann die Klassiker, die nach Großmutters Küche schmecken: die Toña, ein süßes, luftiges Gebäck, manchmal mit einem ganzen gekochten Ei darin, traditionell zu Ostern, aber das ganze Jahr über gegessen; oder die Mona, eine ähnliche Idee mit festlicherem Touch, verziert mit Schokoladenfiguren.

Für Schokoladenliebhaber, oder wenn der Tag nach etwas Wärmendem verlangt, ist heiße, dicke Schokolade mit frischen Churros immer eine gute Wahl.

Und Eis beschränkt sich hier keineswegs nur auf Vanille oder Schokolade.

Abendessen: italienisch

Das italienische Angebot in Alicante ist großzügig. Wer glaubt, Pizza sei nur eine Sache, wird überrascht: die neapolitanische Pizza mit ihrem dicken, luftigen Rand ist überall zu finden und fotogen, aber die dünnere römische Variante hat treue Anhänger.

Es gibt mehr als Pizza – frische Pasta ist eine eigene Welt. Viele der authentischen Lokale machen sie selbst, mit Hartweizengrieß und lokalen Eiern, und man schmeckt den Unterschied. Eine echte Carbonara mit Guanciale und Eigelb, ohne Sahne, ist ein kleiner Akt des Respekts vor dem Rezept.

Für mehr Authentizität sind Nachbarschafts-Trattorien eine sichere Wahl – kleine, unprätentiöse Lokale, in denen man wie zu Hause isst. Einige in Carolinas Altas rollen die Pasta noch jeden Morgen von Hand aus.

Auf einer Terrasse zu speisen ist in Alicante fast Pflicht angesichts des Klimas – kühle Sommernächte, milde Winterabende mit leichter Jacke. Eine gute Pizza oder ein Pastagericht mit einem Glas lokalem Wein, während man das Treiben entlang der Explanada oder am Hafen beobachtet, ist schwer zu schlagen.

Wer nach solchen Perlen sucht, sollte sich etwas von den touristischsten Straßen entfernen, auch wenn das Zentrum noch immer Überraschungen bereithält.

Fleisch und Grill

Fleisch wird hier ernst genommen, bis hin zum Zuschnitt. Man bevorzugt gute Ware, idealerweise vom Holzkohlegrill – ein anständiges Chuletón (Rippensteak) mit der richtigen Marmorierung, nicht den Gourmet-Burger-Trend mit Belägen, die den Geschmack überdecken.

Der Grill ist der unangefochtene Star vieler lokaler Steakhäuser, besonders im Zentrum oder im Ensanche. Holzkohlegrills verleihen ein unverwechselbares, leicht rauchiges Aroma. Argentinische Grillhäuser sind ebenfalls beliebt geworden und oft gut besucht.

Der Gargrad zählt: Ein anständiges Chuletón sollte hier blutig sein, rosa und saftig. Wer es durchgebraten bestellt, erntet vielleicht einen fragenden Blick, bekommt es aber trotzdem serviert – verpasst dabei aber einen Teil des Erlebnisses.

Ein Tipp für Besucher: Lasst euch nicht von Schildern am Hafen locken, die "das beste Steak der Welt" zu verdächtig niedrigen Preisen versprechen. Gutes, richtig gegrilltes Fleisch hat seinen fairen Preis. Fragt die Metzger im Mercado Central, wo sie selbst essen, oder vertraut der Empfehlung des Kellners.

Wenn der Appetit auf Fleisch kommt, sucht ein Grillhaus, an dessen Eingang schon der Holzrauch riecht.

Internationales Alicante

Alicante ist zu einem echten Schmelztiegel geworden. Es ist längst keine Überraschung mehr, durchs Zentrum, um Castaños oder den Mercado Central zu schlendern und plötzlich auf einen ganz anderen Duft zu stoßen.

Peruanisches Ceviche ist ein Highlight – frisch, scharf mit Limette, besonders gut gemacht rund um Ensanche und Benalúa. Das Geheimnis, wie jeder Peruaner bestätigen wird, liegt in der "Leche de tigre", der zitrusartigen Marinade am Boden der Schale.

Chinesische Küche ist längst über den alten "drei Delikatessen"-Reis und Frühlingsrollen hinausgewachsen: Manche Lokale rund um das Zentrum oder Carolinas servieren nun gedämpfte Dim Sum, tischseitig tranchierte lackierte Ente oder Sichuan-Gerichte mit echter betäubender Schärfe.

Diese Welle internationaler Aromen hat auch die Stimmung ganzer Viertel verändert. Ein Spaziergang durch San Gabriel oder um die Plaza de los Luceros am Wochenende fühlt sich an wie ein kleiner Ausflug ins Ausland, mit Familien beim Arepas-Brunch oder einer Parrillada, und mehreren Sprachen in der Luft.

Wer also je genug von Arroz a banda oder Caldero hat – nicht dass man das jemals sollte, sie sind wunderbar und Teil der lokalen Identität –, findet hier in Alicante eine ganze Welt an Aromen.

Essen in der Nacht

Nach einer langen Nacht weiß Alicante genau, wie man sie ausklingen lässt. Rund um Castaños und das Zentrum, wo sich die Menschen vom Nachmittag bis tief in die Nacht sammeln, ist ein Kebabstand meist die letzte Station.

War die Nacht rund um den Hafen oder das Barrio, wo die Party bis zum Sonnenaufgang läuft, sind alte Burgerbuden mit ständig laufendem Grill ein Rettungsanker – nicht die großen Ketten, sondern Nachbarschaftslokale rund um Labradores oder Raval Roig mit einem einfachen, tröstlichen Burger.

Und dann der wahre Klassiker zum Abschluss einer Nacht in Alicante: Churros. Läuft die Party bis zum Morgengrauen, ist es Tradition, eine früh öffnende Churrería zu finden – heiße, zuckrige Churros mit Schokolade als perfekter Abschluss.

Ein Tipp: Wer sich in den belebtesten Ausgehvierteln wie dem Barrio oder Castaños aufhält, findet mehr spät geöffnete Lokale. Auch die Seitenstraßen der Hauptstraßen lohnen einen Blick – dort verstecken sich die Perlen.

Noch etwas aus Erfahrung: Keine Sorge, wenn das Lokal nicht glamourös oder trendy wirkt – darum geht es um 4 Uhr morgens ohnehin nicht.

Nach Vierteln

Wer über Essen in Alicante spricht, denkt zuerst ans Zentrum, besonders rund um den Mercado Central. Hier pulsiert das Leben schon bei Sonnenaufgang über dem Postiguet, mit farbenfrohen Ständen und dem Duft von Gewürzen, frischem Fisch und lokalem Gemüse, und belebten Bars in der Nähe, etwa in der Calle Calderón de la Barca oder der Avenida Alfonso el Sabio.

Dann gibt es das Barrio, die Altstadt am Fuß der Burg Santa Bárbara: engere, verwinkelte Gassen, bunte Häuser und eine bohèmehaftere, etwas rebellische Atmosphäre. Viele Besucher landen hier, besonders nahe der Concatedral de San Nicolás oder der Plaza de la Santísima Faz.

Richtung Hafen und Explanada wird es eine andere Welt – offener, heller, ganz auf die Aussicht ausgerichtet. Am Meer zu essen fühlt sich immer besonders an, auch wenn die Preise etwas höher liegen. Es gibt elegante Adressen für ein besonderes Abendessen und einfachere für einen schnellen Happen oder einen Aperitif.

Entlang der Küste ist der Strand San Juan eher ein Sommerziel, auch für Einheimische, voller Strandbars und Terrassenrestaurants, sobald die Sonne scheint.

Aber Alicante ist weit mehr als seine touristischen Viertel.

In eher wohnorientierten Vierteln wie La Florida oder Pla del Bon Repós ist das Tagesmenü oft sehr preiswert – eine gute, sättigende Mahlzeit, ohne den Geldbeutel zu belasten.

Alle Lokale

Ein Restaurant in Alicante auszuwählen ist ein bisschen wie Angeln – man kann Glück haben oder auch nicht. Mein Rat für Besucher: einen Moment innehalten, bevor man sich setzt, umherschauen, die Stimmung lesen. Ein gutes Zeichen ist, Einheimische im Lokal zu sehen, die Valencianisch oder mit dem lokalen Akzent sprechen.

Ein weiteres gutes Zeichen: eine handgeschriebene Tageskarte. Wenn ein Lokal die heutigen Gerichte handschriftlich auf einer Tafel notiert, hat der Koch wahrscheinlich morgens frische Ware auf dem Mercado Central eingekauft, statt eine unveränderliche Jahreskarte zu führen.

Bei Reisgerichten, die diese Stadt bekannt gemacht haben, muss man vorausplanen. Ein guter Alicante-Reis, mit seiner Fischfond-Basis und dem perfekten Korn, ist keine Fünf-Minuten-Sache – er braucht Sorgfalt und Können. Wer ohne Vorbestellung einen Reis verlangt, bekommt oft ein hastig zubereitetes oder gar aufgewärmtes Gericht, das dem Ruf nicht gerecht wird.

Eine Warnung aus der Praxis: Vor einigen Jahren setzte sich eine Gruppe Touristen im Barrio auf eine Terrasse mit horrenden Preisen und bekam bei Weitem nicht das, was sie erwartet hatte.

Häufig gestellte Fragen

Was sollte man in Alicante essen, wenn man nur einen Tag Zeit hat?

Mittags ein Arroz a banda oder Arroz del senyoret, nachmittags Tapas mit gepökeltem Fisch – Mojama, Rogen – im Zentrum. Bleibt noch Platz, ein paar Austern oder Meeresfrüchte rund um den Mercado Central.

Zu welchen Uhrzeiten isst man in Alicante?

Frühstück von 8:00 bis 10:30 Uhr, Vormittagsimbiss (Almuerzo) von 11:00 bis 13:00 Uhr, Mittagessen von 13:30 bis 15:30 Uhr und Abendessen ab etwa 20:30 Uhr, wobei Küchen meist zwischen 23:00 und Mitternacht schließen. Fast Food und internationale Lokale haben oft länger geöffnet.

Warum gibt es Reisgerichte nur mittags?

Weil sie frisch zubereitet werden und 25 bis 40 Minuten brauchen, und weil das Mittagessen traditionell die Hauptmahlzeit des Tages ist. Viele Reisrestaurants bieten sie abends gar nicht an.

Wie viel kostet Essen gehen in Alicante?

Ein Tagesmenü kostet meist zwischen 12 € und 18 €. Ein Tapas-Abend liegt bei etwa 15–25 € pro Person. Ein Reisgericht in einem Spezialrestaurant kostet meist 18 bis 30 € pro Person. Fast Food kommt auf 6–12 €.

Wo isst man am besten: im Zentrum, am Hafen oder am Strand?

Zentrum und Mercado Central bieten die meisten Tapas und frische Produkte. Der Hafen eignet sich gut für ein Abendessen mit Aussicht zu etwas höheren Preisen. Der Strand San Juan ist ideal für Reisgerichte und Essen auf der Terrasse am Meer.

Kann man in Alicante spät in der Nacht essen?

Ja, besonders im Zentrum und im Barrio: Kebab, Burger, Pizza im Stück und Churros. Die Öffnungszeiten variieren je nach Lokal und Wochentag, daher lohnt sich eine Nachfrage vorher.

Woher stammen die Preise in diesem Führer?

Von Speisekarten, die wir Lokal für Lokal geprüft haben. Es handelt sich um Richtpreise, keine offiziellen Tarife, und sie können sich ohne Vorankündigung ändern.

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